Unterfranken - Ein starker Wirtschaftsstandort in Deutschlands Mitte (2024)

Unterfranken – Wirtschafts- und Kulturregion auf Höchstniveau

Wein – Welterbe – Wirtschaftsraum: Das Klischee assoziiert mit Unterfranken zuerst fränkische Spitzenweine, z. B. aus Würzburg, Iphofen oder Bürgstadt, sowie Kunst und Kultur, Namen wie Walter von der Vogelweide, Tilman Riemenschneider oder Balthasar Neumann. Aber Unterfranken ist viel mehr, nämlich eine glückliche Symbiose aus scheinbar gegensätzlichen Werten: Einerseits greifbare Geschichte, Heimat von Kulturgütern mit Weltgeltung, liebliche Landschaften, andererseits aber eine dynamisch wachsende High-Tech-Region, die zu den führenden in Europa zählt.

Unterfranken hat mit seinen neun Landkreisen und den drei kreisfreien Städten Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt eine Fläche von 8531 km², auf der 1,3 Millionen Menschen wohnen. Mit der Regiopole Würzburg, den Oberzentren Aschaffenburg, Schweinfurt sowie dem gemeinsamen Oberzentrum Bad Kissingen und Bad Neustadt an der Saale und weiteren zahlreichen, optimal aufeinander abgestimmten Mittel- und Grundzentren steht der Bevölkerung und Wirtschaft in diesem ursprünglich eher ländlich geprägten Raum ein flächendeckendes, gut gegliedertes und voll funktionsfähiges Städtenetz zur Verfügung, das ein solides Rückgrat für das soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben seiner Einwohner bildet. Landschaftlich kennzeichnet die Region der Dreiklang ackerbaulich genutzter Gäuflächen, darin eingeschnittener Täler des Mains und seiner Zuflüsse mit ihren landschaftsprägenden Weinbergen sowie der rahmenden Waldgebirge Spessart, Odenwald, Rhön, Steigerwald und Hassberge.

Zwei UNESCO-Welterbestätten bereichern Unterfranken: Die Würzburger Residenz mit Hofgarten als erste bayerische UNESCO-Welterbestätte und seit 2021 Bad Kissingen als „Great Spas Town of Europe“.

Strategisch günstige Lage und hervorragende Verkehrsinfrastruktur

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Unterfranken in Deutschlands Mitte

Unterfranken besitzt ein klares Alleinstellungsmerkmal. Es liegt in der Mitte Deutschlands und Europas und gehört zugleich zum Freistaat Bayern: Unterfranken ist Bayerns deutsche Mitte. Zugleich liegt der geografische Mittelpunkt der EU in Unterfranken (Landkreis Würzburg, Gemeinde Veitshöchheim/Gadheim). In ökonomisch verwertbare Fakten übersetzt bedeutet dies: Zentrale Lage, politisch stabiler, verlässlicher Rahmen und der Imagevorteil, zu Bayern zu gehören – weltweit eine positiv besetzte Marke. Die zentrale Lage wird für die hiesige Wirtschaft erst durch zwei Faktoren zum entscheidenden Standortvorteil: Zum einen durch die hervorragende Qualität der Verkehrsinfrastruktur, zum anderen durch die Nähe zu den umliegenden Metropolen und Metropolregionen Frankfurt, Nürnberg und Stuttgart.

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Unterfranken zentral in Europa

Unterfranken ist optimal in das europäische Fernstraßennetz integriert: Hier schneiden sich die westöstlich verlaufende Bundesautobahn A 3 und die große europäische Nord-Süd-Magistrale A 7. Erweitert wird das Autobahnangebot durch die A 70, die Unterfranken mit dem Raum Bamberg/Bayreuth verbindet, sowie die A 81, die in die Region Stuttgart führt. Die A 45 verknüpft das westliche Unterfranken direkt mit dem Ruhrgebiet. Mit der A 71 existiert eine leistungsfähige Verknüpfung mit den thüringischen Wirtschaftszentren. Hervorragenden Anschluss an die übrigen deutschen wie europäischen Wirtschaftsräume hat Unterfranken auch über die Eisenbahn, vor allem durch den ICE-Knoten Würzburg. Darüber hinaus ist auch Aschaffenburg ICE-Haltepunkt. Die Lage zwischen den Agglomerationsräumen Frankfurt-Rhein-Main im Westen, Nürnberg-Fürth-Erlangen im Osten und Stuttgart im Süden ermöglicht auch, deren Flughäfen schnell und bequem zu erreichen. Die regionalen Verkehrslandeplätze Giebelstadt und Haßfurt ergänzen für Geschäftsreisende die Möglichkeiten der individuellen internationalen Anreise. Komplettiert wird das verkehrsinfrastrukturelle Angebot durch den Main – historisch gesehen das ökonomische Rückgrat der Region. Heute verbindet die Main-Donau-Wasserstraße Häfen zwischen Nordsee und Schwarzem Meer und bildet gleichzeitig die Basis für eine boomende Destination, die Flusskreuzfahrt.

Forschung und Wissenschaft als Basis für Innovationen

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Universitätsstadt Würzburg, Stadtansicht mit alter Mainbrücke

Die hohe Wettbewerbsfähigkeit Unterfrankens wird entscheidend von der Innovationsfähigkeit seiner Menschen und Unternehmen bestimmt. Hierfür bilden die Universität Würzburg, die Technischen Hochschulen Aschaffenburg und Würzburg-Schweinfurt und die Hochschule für Musik in Würzburg insgesamt über 40.000 Studentinnen und Studenten aus. Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg ist eine der ältesten Universitäten Deutschlands und zugleich eine der modernsten: So war die Einrichtung des Studiengangs „Nanostrukturtechnik“ um die Jahrtausendwende europaweit einmalig bzw. "Technologie der Funktionswerkstoffe" ein Novum für die Natur- und Ingenieurwissenschaften in ganz Deutschland. Sie stellen einen neuen, interdisziplinären Ansatz dar, in dem die ingenieurwissenschaftlichen Fächer in enger Wechselwirkung mit der Industrie und darüber hinaus anwendungsorientiert auch in Verbindung mit den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften gelehrt werden. Der Studiengang „Technische Informatik“ ist einer weiteren Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts gewidmet. Beispielhaft für den Praxisbezug dieses Forschungsbereiches ist, dass Ende 2018 von der Gruppe der Raumfahrtinformatiker am Lehrstuhl für Robotik bereits der 4. Experimentalsatellit, „UWE 4“, entwickelt und ins Weltall geschickt wurde. Mit dem „UWE-Programm“ werden innovative Technologien weiterentwickelt, um die Raumfahrt kleiner, kostengünstiger und effizienter zu machen. An 18 weiteren Satelliten wird bereits gearbeitet. Eines der Anwendungsgebiete der geplanten Satellitenformationen ist die Verbesserung von Klimavorhersagen.

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UWE-4 mit aktiven Elektroantrieben in seiner Umlaufbahn, Montage.(Bild: Klaus Schilling/Uni Würzburg)

Schließlich profitiert die Region von den Kompetenzen renommierter Forschungsinstitute, wie dem Fraunhofer Institut für Silikatforschung (ISC) mit dem angegliederten Fraunhofer Translationszentrum „Regenerative Therapien für Krebs- und Muskuloskelettale Erkrankungen“, dem Süddeutschen Kunststoffzentrum (SKZ), dem Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE-Bayern), dem Zentrum für Telematik (ZfT) sowie dem Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI).

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Flexible und formbare Piezofaser- Sensormodule, entwickelt im
Fraunhofer ISC; Foto: Hub/Region Mainfranken GmbH

Die Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (IWKS) mit Standorten in Alzenau und Hanau widmet sich der Ressourcenknappheit durch Effizienzsteigerung, Wiederverwertung und Substitution. Wertstoffkreisläufe und effiziente sowie nachhaltige Ressourcenstrategien bilden den Schwerpunkt der Forschungsarbeiten des Fraunhofer IWKS. Ziel der Forschungsarbeiten ist, eine geschlossene Kreislaufwirtschaft zu etablieren und Abfälle zu vermeiden, indem wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen und wiederverwertet oder aber durch nachhaltige Alternativen ersetzt werden.

Künstliche Intelligenz (KI) für eine nachhaltig optimierte Wertschöpfung, kurz »KI-noW« – unter dieser Überschrift überführen seit dem Jahr 2020 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA neueste Erkenntnisse und Ergebnisse der angewandten Forschung in die industrielle Praxis. Als Außenstelle der Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation in Bayreuth werden in Schweinfurt Lösungen für eine umfassende Vernetzung von Fabriken durch den Einsatz digitaler Werkzeuge für die Industrie erarbeitet.

Der medizinische Standort Würzburg profiliert sich weiter u. a. über die Errichtung einer Max-Planck-Forschungsgruppe für Systemimmunologie an der Julius-Maximilians-Universität oder das Zentrum für Telemedizin in Bad Kissingen, das Netzwerke im Gesundheitswesen aufbaut und telemedizinische Lösungen z.B. im Rettungsdienst, zur Rehabilitation und Pflege entwickelt.

Da Wissen die entscheidende Ressource in unserem Land ist, kann die Bedeutung dieser modernen und leistungsfähigen Wissenschaftsinfrastruktur nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die gegenseitige Vernetzung des unterfränkischen Wissens- und Forschungspotentials, dessen Transfer in die heimische Wirtschaft und die Unterstützung von Unternehmensgründungen aus den Forschungsaktivitäten der Hochschulen, sind somit ein wesentlicher Baustein der Entwicklungsstrategie für unsere Region. Hier werden Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte weiterentwickelt.

Nicht nur die Ausgründungen aus dem Hochschulbereich können in ihrer Startphase auf den Service von Gründerzentren zurückgreifen. Das Angebot, kostengünstig alle Dienstleistungen eines Gründerzentrums in Anspruch nehmen zu können, ermöglicht dem Jungunternehmer, sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren. Die Netzwerkstrukturen der Gründerzentren erleichtern den Zugang zu Ressourcen, die für ein innovatives Unternehmen unabdingbar sind. Das Zentrum für Technologie, Existenzgründung und Cooperation in Großwallstadt (ZENTEC), die Digitalen Gründerzentren Aschaffenburg (DGZ) und Starthouse Lohr, das Technologie- und Gründerzentrum Würzburg (TGZ) in unmittelbarer Nähe zum Uni-Campus, das Zentrum für Digitale Innovation Mainfranken (ZDI), das Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) in Würzburg, das Gründerzentrum GRIBS in Schweinfurt und das Rhön-Saale-Gründerzentrum in Bad Kissingen (RSG) – die unterfränkischen Gründerzentren bieten dieses Netzwerk und komplettieren es durch kompetente Ansprechpartner.

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Das neue TGZ am Hubland in Würzburg,
Foto: TGZ Würzburg

Die unterfränkische Kompetenz auf dem Gebiet der Elektromobilität wird durch die Modellstadt Bad Neustadt an der Saale mit ihren Projekten, vor allem auch durch das Technologietransferzentrum für Elektromobilität der Hochschule Würzburg-Schweinfurt in Bad Neustadt (TTZ-EMO) sowie durch die Forschungsaktivitäten des Fraunhofer ISC auf dem Gebiet der angewandten Elektrochemie stetig ausgebaut. Mit dem Aufbau einer Arena für Digitalisierung im Siemens-Elektromotorenwerk Bad Neustadt und der Einbindung der Technischen HochschuleWürzburg-Schweinfurt mit ihrem Technologie-Transferzentrum am Standort Bad Neustadt wird Kompetenz für das Zukunftsthema Industrie 4.0 gebündelt.

Seit 2011 unterstützt das Zentrum für Wissenschaftliche Services - ZeWiS - mit Sitz in Obernburg die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen der Technischen Hochschule Aschaffenburg und Unternehmen am Bayerischen Untermain. ZeWis konzentriert sich dabei auf die wichtigen Zukunftsfelder Materialforschung, Informationstechnologie und Informationssysteme, Intelligente Systeme und Automatisierung sowie Fragen der Energieeffizienz. Mit dem Aufbau eines Fraunhofer-Anwendungszentrums Ressourceneffizienz (ARess) an der Technischen Hochschule Aschaffenburg erfährt die Wirtschaftsregion Bayerischer Untermain eine weitere Stärkung. ARess schafft mit seiner Arbeit die Voraussetzungen, die Rohstoffversorgung unserer Industrie langfristig zu sichern und damit auch zukünftig eine führende Position in der Hochtechnologie zu ermöglichen. Hierbei ist die Kreislaufführung eine technologisch wie ökonomisch aussichtsreiche Strategie, Wertstoffe wieder verfügbar zu machen und den Verlust der Wertstoffe weitgehend einzuschränken.

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Innovatives Forschungs- und Demonstrationsgebäude
des Zentrums für angewandte Energieforschung
am Würzburger Hubland,
Copyright ZAE Bayern, Foto: Petra Höglmeier

Darüber hinaus bieten die bayernweit aktiv agierenden Cluster alle Möglichkeiten zur engsten Zusammenarbeit innerhalb der Wirtschaft, innerhalb der Wissenschaft, aber ganz besonders zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

    Fazit: Unterfranken ist ein breit aufgestellter Wissenschafts- und Forschungsstandort mit einem großem Entwicklungspotential in die Zukunft. Damit bietet Unterfranken herausragende Beschäftigungsperspektiven. Die Arbeitslosenquote ist sehr niedrig, liegt sie doch in der Regel sogar unter dem hervorragenden bayerischen Durchschnitt.

    Die Antwort auf die Globalisierung: ein klares Kompetenzprofil – Automotive/Maschinenbau, Gesundheit/Biomedizin, Neue Materialien

    Wenn durch die Globalisierung der Wettbewerb zwischen den Regionen schärfer wird und durch die Internationalisierung von Unternehmen die emotionale Bindung an einen Standort an Bedeutung verliert, wird es für die Region zur Herausforderung, sich ihrer spezifischen Kompetenzen bewusst zu werden, diese weiter zu entwickeln und möglichst unübersehbar nach außen zu positionieren. Der Bayerische Untermain und Mainfranken besitzen mit fundierten Kompetenzfeldanalysen hierfür eine objektive Entscheidungsgrundlage. Demnach hat unsere Region herausragende Kompetenzen in den Bereichen Automotive/Maschinenbau und Gesundheit/Biomedizin. Darüber hinaus besticht Unterfranken bei der Querschnittstechnologie Neue Materialien/Werkstoffe, insbesondere wegen der ansässigen Forschungseinrichtungen, des Fraunhofer Instituts für Silikatforschung, des Süddeutschen Kunststoffzentrums und jeweils kooperierender Lehrstühle der Universität Würzburg. Ein deutliches Wachstum hat schließlich die Logistikbranche zu verzeichnen. Insbesondere der Bayerische Untermain hat sich zu einer bedeutenden Logistikdrehscheibe entwickelt.

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    SenerTec Kraft-Wärme-Energiesysteme GmbH, Schweinfurt,
    Foto: Hub/Region Mainfranken GmbH

    Innovative hochtechnologische Produkte der Automobilzuliefererindustrie und erfolgreiche Global-Player im Maschinenbau haben in Unterfranken lange Tradition. Die Region ist Heimat namhafter Traditionsunternehmen wie Bosch Rexroth, Schaeffler Technologies AG & Co. KG mit seiner Marke fa*g, ZF Friedrichshafen AG mit seinen Einheiten ZF Sachs und ZF TRW, Linde Material Handling GmbH, F. S. Fehrer Automotive GmbH, KUKA AG oder Koenig & Bauer.

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    Wandelhalle in Bad Kissingen

    Prävention & Wellness in Deutschlands bekanntestem Kurort Bad Kissingen

    Das Kompetenzfeld Gesundheit reicht von der forschungsintensiven Bio- und Medizintechnologie über das Kur- und Klinikwesen bis hin zum Wellnessbereich. So wird an der Universität Würzburg an 25 Instituten und Forschungszentren sowie in acht Sonderforschungsbereichen im medizinischen und humanbiologischen Bereich geforscht. Das Rudolf-Virchow Zentrum für Experimentelle Biomedizin ist eines von drei „Centers of Excellence“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und leistet Spitzenforschung auf dem Gebiet der Schlüsselproteine. Der Kur- und Wellnessbereich konzentriert sich im „Bäderland Bayerische Rhön“, wozu auch Deutschlands bekanntester Kurort Bad Kissingen gehört, gleichzeitig Sitz des Instituts für Kurortmedizin und Gesundheitsförderung IKOM. In Bad Neustadt hat sich mit der Herz- und Gefäßklinik eines der größten Herzzentren in Deutschland – außerhalb universitärer Strukturen – entwickelt.

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    Neue Herausforderungen als Chance für die Regionen: Demographischer Wandel und Energiewende

    Noch nie wurden die Themen Demographischer Wandel, Energiewende und Klimawandel gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch so heiß diskutiert wie heute. Da ist es selbstverständlich, dass diese gravierenden gesellschaftlichen Veränderungen schon frühzeitig im Regierungsbezirk in Angriff genommen wurden.

    Die Einwohner Unterfrankens werden nicht nur älter, sondern auch vielfältiger in ihrer Herkunft. Denn: Unterfranken ist auch ein Zuwanderungsgebiet. Seit 2011 ziehen mehr Menschen aus Deutschland und Europa nach Unterfranken zu als fort. Auch Flüchtlinge sind ursächlich für den positiven Wanderungssaldo. Ausgleichen können die Wanderungsbewegungen den negativen Geburten-Sterbe-Überschuss bislang jedoch nicht. Langfristig schrumpft Unterfranken also, nimmt aber gleichzeitig immer mehr Neu-Bürger auf. Weshalb ein Thema Unterfranken in den letzten Jahren besonders geprägt hat: die Willkommenskultur! Zahlreiche, optimal vernetzte Initiativen setzen sich dafür ein, Neubürger in den unterfränkischen Kreisen und Gemeinden willkommen zu heißen.

    Sich in Unterfranken wohl zu fühlen, nicht nur als Neuzugewanderter, sondern auch als Rückkehrer oder Bleibender, ist unser erklärtes Ziel.

    Bedeutende Mitspieler auf diesem Feld sind neben den Regionalmanagements die beiden Regionalmarketinginitiativen „Region Mainfranken GmbH“ und „Initiative Bayerischer Untermain“. Sie setzen sich institutionenübergreifend z.B. für die Themen Bildung, wie im Bereich MINT, oder Fachkräftesicherung ein und damit für die Stärkung der Regionen in Zeiten des demographischen Wandels. Davon profitieren alle: Unternehmen, Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen, Städte und Gemeinden als attraktive Wohn- und Lebensstandorte bis hin zum Bürger vor Ort.

    Dem Themenfeld Energie hat sich Unterfranken bereits in der Vergangenheit mit großem Engagement gestellt. Der Regierungsbezirk setzt stark und nachhaltig auf erneuerbare Energien, zum Beispiel die Windkraft und Photovoltaik: Bayernweit hält Unterfranken seit Jahren Spitzenpositionen beim Ausbau der Windenergie. Mit einem Anteil von ca. 12 % an der Gesamtfläche Bayerns hat Unterfranken einen Anteil von 23 % der bayerischen Windkraftanlagen (31.03.2021: 258 in Betrieb befindliche Windkraftanlagen).

    Bei der installierten Leistung an Freiflächen-Photovoltaik liegt Unterfranken nach Niederbayern und Oberbayern auf dem dritten Platz. 282 Anlagen stehen hier für 526,4 MW an installierter Leistung (Bayern: 3,8 GWp, 2.210 Anlagen, Stand: 31.12.2020).

    Dem Klimawandel begegnen wir in Unterfranken durch zahlreiche Projekte. In Unterfranken, der Trockenregion Bayerns, sind durch den Klimawandel vor allem die Wälder, aber auch die Landwirtschaft und der Weinbau maßgelblich betroffen.

    Die künftige Versorgung mit Trink- und Brauchwasser sind wichtige Handlungsfelder, derer sich die Regierung von Unterfranken bereits seit 20 Jahren besonders annimmt. Neben der „AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ“ werden aktuell Möglichkeiten gesucht, gereinigtes Abwasser bzw. Produktionsabwässer wieder als Nutzwasser zum Beispiel für die Landwirtschaft brauchbar zu machen.

    Kurzum

    Unterfranken besticht als starker Wirtschaftsstandort mit besonders hoher Lebensqualität. Seine vielfältige Forschungs- und Entwicklungslandschaft kombiniert mit herausragender Verbindung zu Industrie, Handwerk und Dienstleistungen bietet exzellente Möglichkeiten für Unternehmen und Absolventen und garantiert beste Zukunftschancen in der Region. Unterfranken ist das Aushängeschild Bayerns in der Mitte Deutschlands. Es profitiert von der Nähe der benachbarten Metropolen und besitzt dabei ein eigenständiges Profil mit hervorragender (Verkehrs-)Infrastruktur. Unterfranken überzeugt, weil es starke Zentren hat, zugleich Freiraum in herrlicher Landschaft bietet und über ein geradezu unerschöpfliches kulturelles Angebot verfügt. Darum leben die Menschen gern in unserer Region, wie uns dies durch Umfragen immer wieder bestätigt wird. Und Unterfranken bleibt attraktiv, weil die Entscheidungsträger in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung vor Ort unbürokratisch vernetzt sind und effektiv zusammenarbeiten. Unterfranken nimmt die Herausforderungen der Zukunft entschlossen an.

    „Hightech Agenda Bayern“ - Blick in die Zukunft

    Die von der Bayerischen Staatsregierung beschlossene „Hightech Agenda Bayern“ vom 10.Oktober 2019 hat auch für den Wissenschaftsstandort Unterfranken herausragende Bedeutung, da insbesondere in Würzburg einige wesentliche Zukunftsprojekte von großer Tragweite angesiedelt sein werden:

    • In Bayern soll ein Netz für KI-Forschung entstehen. Würzburg ist dabei der Knoten Data Science zugedacht. An der Universität Würzburg soll ein neues Institut entstehen, um die effektive Nutzung und Auswertung von Abermillionen Daten zu erreichen und bestimmte Muster für die weitere Forschung zu erkennen. Das Institut und die Stellen waren seit Langem erwünscht und können jetzt umgesetzt werden.
    • In Ergänzung zum Leibniz-Rechenzentrum in Garching als Mittelpunkt des neuen bayerischen Quantennetzwerkes wird in Würzburg das außeruniversitäre Institut für Topologisches Quantencomputing/Quantentechnologie entstehen, welches die physikalischen Grundlagen für Quantencomputer erforscht. Träger werden die Universität Würzburg und das Forschungszentrum Jülich sein. Die Entwicklung von Quantencomputern gehört zu den größten technologischen und wissenschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Dank ihres geringen Energieverbrauchs und einer hohen Datensicherheit versprechen sich Wissenschaft und Wirtschaft von den extrem schnellen Rechnern zentrale Lösungsbeiträge für drängende Probleme einer zunehmend digitalen Welt. Das Institut soll wesentliche Beiträge für die Erforschung, Entwicklung und Bereitstellung von Systemen für Quantencomputer auf der Basis topologischer Materialien zu leisten.
    • Das Fraunhofer Institut in Würzburg wird Teil des Bayerischen Batterienetzwerkes, bestehend aus BayBatt in Bayreuth, der TU München und Fraunhofer in Augsburg und Würzburg. Ziel ist die Entwicklung einer neuen Generation von klimafreundlichen und leistungsfähigeren Batterien für die Elektromobilität.
    • Mit der „Hightech Agenda Bayern“ wird auch die Finanzierung des neuen Robotik-Centers für Mensch-Maschine-Interaktion an der FHWS in Schweinfurt mit 260 Studienplätzen, des Studiengangs „Medical Engineering“ mit 260 Studierenden an der TH Aschaffenburg sowie der Neubau der Chemie an der Universität Würzburg sichergestellt.

    Stand: September 2021

    Unterfranken - Ein starker Wirtschaftsstandort in Deutschlands Mitte (2024)

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